Über mich


"… in meinen Bildern geht es meist um die graphische Verdichtung von Linien und Flächen - immer auf der Suche nach einem spannungsvollen Gleichgewicht und einer ausgewogenen Komposition. Die oft im zweiten Schritt dazugefügten farbigen Flächen erlauben es mir nachträglich Schwerpunkte oder Gegengewichte zu setzten, die in den in schneller Folge getropften Linien noch fehlten. Manchmal siegt aber auch der Spaß mit der Farbe abstrakte Figuren zwischen Linien entstehen zu lassen, die vorher nicht sichtbar waren …"


Inspiration

die Ideen zu den einzelnen Bildern sind sehr unterschiedlich entstanden; in den Untertiteln der Bilder ist hierzu teilweise mehr dazu zu finden.
Natürlich ist diese Art der Malerei nicht ohne die Künstler die schon in den 1920er Jahren abstrakte Gemälde schufen, denkbar. Joan Miro, Jackson Pollock, aber für mich an erster Stelle Hans Hartung sind sicher von großem Einfluss. Hans Hartung insb. deshalb, da er mit einer großen Vielzahl an Malwerkzeugen (von selbstgeknüpften Bambusbesen über Pinseln mit mehreren Köpfen, bis hin zu Blumenspritzen) dazu anregt, frei und experimentierfreudig zu malen.
Lange habe ich darüber gerätselt, wie er die oft dicken und sattschwarzen Linien ohne Ansätze auf die Leinwand bekam – bei einem Besuch in seinem ehemaligen Atelier bei Antibes 2014 erfuhr ich die Lösung: er benutzte eine mit Lack gefüllte Düngerspritze und spritzte damit die Farbe mit großem Druck aus einiger Entfernung auf die Leinwand.

Technik

bei allen Bildern mit Linien wende ich eine Technik an, bei der die Leinwand vom Pinsel nicht berührt wird. Die Farbe tropft frei ab und die Geschwindigkeit der Bewegung, die Viskosität der Farbe und der Abstand zur Leinwand bestimmen die Form und Lage der Linien. Wichtig ist bei längeren Linien natürlich auch die Größe und Art des Pinsels – hier verwende ich gerne dicke Rundpinsel deren Spitze ich nochmals zuschneide.
Sehr wichtig für mich ist, dass alle Linien möglich eine hohe Spannung aufweisen, ähnlich einem gespannten Bogen. Bei der schnellen Technik ist die Kontrolle hierüber nicht einfach – was auf der Leinwand liegt ist unverrückbar, ähnlich kalligraphischer Schriftmalerei. Beliebte Bildbearbeitungsprogramme wie z.B. Photoshop funktionieren bei dieser „analogen“ Technik leider/oder eben glücklicherweise nicht.
Bei den Verlaufsstudien trage ich die Farbe prinzipiell mit einer Spritze auf die Leinwand auf. Der Verlauf wird dann entweder durch Schwerkraft beim Kippen der Leinwand ("Termites"), oder durch Fliehkraft - entstanden auf einem Plattenspieler("23" - "28") - erzeugt. Zum Aufbau von Spannung oder Gegengewichten, füge ich häufig noch gemalte Verläufe in Form einer gedachten Spiegelung dazu.
Bei den getupften Bildern setze ich Schwammkugeln oder auch z.B. eine Flaschenreinigerbürste ein, mit denen ich die Farbe auf die Leinwand „auftupfe“
Bei einigen Bildern habe ich vor der Festlegung welche Flächen mit welcher Farbe noch ausgemalt werden, noch Varianten am Computer simuliert – mehr dazu bei einigen Bildern im Untertext

Farben

für die linienartigen Bilder und Verlaufsstudien nehme ich immer Acryl-Lack, wobei die Konsistenz mit Verdünnung auf die ideale „Zähigkeit“ einzustellen ist. Zu dicker Lack tropft nicht, zu dünnflüssiger Lack spritzt und verläuft zu flach, was den Bildern die Plastizität nimmt. Aus diesem Grund verwende ich auch keine Tuschen, die bei Kalligraphien häufig Anwendung finden

Untergründe

eine Reihe von Bildern entstand auf mit weißer Grundierung übermalten, verworfenen Bildern.
Durch die Erhabenheit der darunterliegenden Linien entsteht vor allem bei Streiflicht eine zweite Bildebene, die das Bild noch lebendiger wirken lässt

Studien mit Linien und Farbflächen

Verlaufsstudien

Getupfte Strukturen

vb@volkerbernsdorf.de